Dialogkultur

Das Jahr 2020 geht zu Ende. Ein Jahr, das wir uns komplett anders vorgestellt hatten. Es wird als das „Corona-Jahr“ in die Geschichte eingehen. Und es wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Wir alle haben unsere persönlichen, beruflichen, gesellschaftlichen und politischen Erfahrungen mit diesem Virus gemacht und tun es immer noch. Jede*n von uns prägt das Virus auf seine spezielle Art und Weise und hinterlässt Spuren. Spuren, die ganz persönlich und individuell sind und doch auch wieder mit so vielen geteilt werden können. 

Durch die Corona-Pandemie hat die Gesundheit in unserer Gesellschaft einen anderen Stellenwert erhalten. Floskeln, wie „Alles Gute“, „Viel Gesundheit“ oder „Bleiben Sie gesund“ haben auf einmal an Bedeutung gewonnen. Mehr noch, sie werden nun ernst gemeint und nicht belanglos daher gesagt. Und: Sie werden vom Empfänger*in nicht mehr gedanklich heruntergespielt, im Sinne von „Warum wird mir Gesundheit gewünscht? Mir geht es doch gut, oder ich bin doch noch jung“. Das Virus hat uns deutlich gemacht, dass es jede*n von uns treffen kann. Es macht uns demütig und zeigt uns unsere Grenzen auf. Sehr deutlich sogar. 

Besonders leid tun mir in diesem Kontext alle älteren Frauen und Männer unserer Gesellschaft, die das Virus in den vergangenen Wochen in einer nie da gewesenen Dimension trifft – insbesondere was die Todeszahlen anbelangt. Und besonders grausam fand ich die geschlossenen Einrichtungen, Alten- und Pflegeheime im Frühjahr dieses Jahres. Das hat mich persönlich sehr betroffen gemacht. Jede*r Corona-Erkrankte und –Tote ist eine*r zu viel. Und deshalb sind wir in unserer Eigenverantwortung im gesellschaftlichen Kontext sehr gefordert. Auf uns, auf jede*n Einzelnen kommt es jetzt an! 

Mittlerweile habe ich gelernt, mit dem Virus zu leben, und doch auch wieder nicht. Vieles meiner Arbeit kann ich dankenswerter Weise vom Home-Office aus machen oder virtuell durchführen – das ist ein Segen. Und doch merke ich, wie sehr mir der persönliche Kontakt und Austausch sowohl bei meiner Arbeit, als auch im Privaten fehlt. Die wichtigste Erkenntnis unserer Gesellschaft dieses Jahres ist: Der Dialog ist elementar für unser Leben – egal, ob beruflich, oder privat! Als Befürworterin einer Dialogkultur ist dies für mich eine besondere Bestätigung, die mir sehr aus dem Herzen spricht. Erst über den Austausch entsteht Wertschätzung, Vertrauen, Nähe und Verbundenheit. Das sind Bedürfnisse, die wir alle in uns tragen, und sie werden beim persönlichen Zusammentreffen anders empfunden, als auf Distanz oder im virtuellen Raum. 

Nun habe ich dem Virus viel Raum gegeben. Und deshalb ist es mir wichtig, an dieser Stelle den Blick auch auf andere, mir wichtige Themen zu lenken:

Das Jahr 2020 war für mich persönlich auch das „Podcast-Jahr“. Im April war es endlich soweit: Mein Podcast „Im Dialog“ ging an den Start. Über 2.600 Zuhörerinnen und Zuhörer haben seit Beginn in die insgesamt 30 Episoden reingehört. Toll ist, dass die Interviews sehr beliebt sind. Ich stelle außerdem fest, dass ältere Sendungen auch zu einem späteren Zeitpunkt angehört werden. Nutzen Sie deshalb den Lockdown oder die Feiertage auch dazu, in die ein oder andere Episode (nochmals) reinzuhören. Ich freue mich auf Ihren Besuch! Und ich freue mich darauf, allen Interessierten bis Mitte nächsten Jahres weitere inspirierende Folgen anzubieten. Es warten auch in 2021 hörenswerte Gespräche mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Coachingzentrum Freiburg sowie wichtige Impulse meiner Arbeit auf Sie – seien Sie jetzt schon gespannt und sind Sie im neuen Jahr wieder mit dabei!

Doch zuvor gibt es eine kleine Pause zwischen den Jahren. Die dritte Staffel geht am 20. Januar 2021 an Start.

Haben Sie trotz der diesjährigen Herausforderungen besinnliche Weihnachtsfeiertage sowie einen guten Rutsch in ein zufriedenes und glückliches neues Jahr. 

Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihr Vertrauen und freue mich darauf, Sie auch im nächsten Jahr bei Ihren Prozessen begleiten und unterstützen zu dürfen. Bis zum Wiederhören oder – sehen wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute – bleiben Sie bitte gesund!

Ganz herzlich
Ihre 

Katrin Würtherle

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